Historischer Hintergrund



HINTERGRUND 


Der Kampf gegen die Trikolore.
 
Die große Revolution, die 1789 mit der Erstürmung der Bastille in Paris ihren sichtbaren Anfang genommen hatte, und die gewaltsame Durchführung ihrer völlig neuen Ideen, die alle bisherigen Staatssysteme zu sprengen drohten, ließen bei fast allen monarchischen Staaten Europas das bisher Trennende vergessen und eine gemeinsame Front gegen das revolutionäre Frankreich schließen. Leopold II., starb 1792, drei Wochen nachdem er mit Preußen noch ein Schutz- und Trutzbündnis gegen das revolutionäre Frankreich unterschrieben hatte. Ihm folgte sein erst 24jähriger Sohn Franz II. als römischdeutscher Kaiser. 
 
Er sollte der letzte dieser uralten Würde sein!
 
Was nun folgte waren 6 Koalitionskriege bis ins Jahr 1815 und Schussendlich die Vernichtung Napoleons.
 
 
1805 - Das Jahr von Austerlitz
 
Im April 1805 wurde "zur Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichte“ ein Bündnis zwischen Russland und England geschlossen, dem Schweden und im  August auch Österreich beitraten.
 
Als Österreichdie französische Forderung nach der Herabsetzung seiner Truppen ablehnte, erteilte Kaiser Napoleon seinen Armeen den Marschbefehl. Der 3. Koalitionskrieg hatte begonnen, Österreich besaß als wirksamen Verbündeten Russland, dagegen schlossen sich die deutschen Staaten Bayern, Baden, Württemberg, Hessen und Nassau an Frankreich, das auch Spanien zum Verbündeten gewann.
 
Erzherzog Carl kommandierte in Italien, Erzherzog Johann in Tirol, Erzherzog Ferdinand von Este, dem der Generalquartiermeister Freiherr von Mack beigegeben war, in Süddeutschland. Ihr Gegner war der Kaiser der Franzosen in eigener Person. Im September 1805 überschritten die Kaiserlichen die bayrische Grenze und besetzten München, aber Napoleon führte blitzschnell den Gegenschlag. Er zog mit seiner ganzen Armee über den Rhein, rückte durch Schwaben vor, besetzte Augsburg und München und schloss Mack in der alten Festung Ulm vollkommen ein. Am 17. Oktober musste der unglückliche Feldherr kapitulieren. 23.000 Mann der österreichischen Armee wurden kriegsgefangen, nur Erzherzog Ferdinand schlug sich mit einigen tausend Reitern nach Böhmen durch und rettete so die Ehre der kaiserlichen denen die schmachvolle Kapitulation einen fürchterlichen Schlag versetzt hatte.
 
Wohl siegte Erzherzog Carl am 30./31. Oktober bei Caldiero in Oberitalien, musste sich aber infolge der unglückseligen Ereignisse in Süddeutschland bis an den lsonzo zurückziehen, um sich mit seinem Bruder Johann der aus Tirol zurückging, zur Verteidigung Wiens zu vereinigen.
 
Die Russen unter Kutusow marschierten von Osten kommen entlang der Donau in Richtung Ulm um den verbündeten Österreichern zu Hilfe zu kommen. Am Inn angekommen, erkennen Sie das Debakel, machen auf den Fersen kehrt und ziehen sich denselben Weg zurück, den sie soeben gekommen waren.
 
Die Franzosen stürmen ihnen durch Oberösterreich und Niederösterreich nach.
 
 
Das Gefecht von Dürnstein
 
Am Morgen trat General Miloradowitsch zum Angriff in Richtung Rothenhof an. Es gelang den Alliierten, Oberloiben zu nehmen.
 
Mortiers Gegenangriff erfolgte mit allen verfügbaren Kräften. Rasch wurden Ober- und Unterloiben zurückgenommen. 
 
Die Franzosen standen um die Mittagszeit in Förthof vor den Toren Steins und begannen, in den Weinbergen oberhalb der Stadt Stellung zu beziehen. Ein neuerlicher Vorstoß der Alliierten drängte sie zurück. Gegen 16.00 Uhr standen die Franzosen auf der Linie Höhereckberg – Donau.
Als interessante Begebenheit ist die Umgehung der Franzosen durch eine Kolonne unter der Führung des ortskundigen Jägers Andreas Bayer nach Egelsee anzusehen. In drei Teile aufgeteilt war diese Kolonne Gefecht entscheidend.
 
Die erste Gruppe konnte nach einigen Scharmützeln General Miloradowitsch um 15.00 Uhr beim Angriff durch eine Attacke auf die französische Flanke unterstützen.
 
Die zweite Gruppe über Scheibenhof und das Pfaffental zur Donau bei Wadstein. Um 15.30 Uhr wandte sich die Kolonne in Richtung Darmstein, das genommen wurde. Die dritte  und somit Hauptgruppe wurde durch Kämpfe mit der Division Dupont gebunden. Es gelang die Franzosen zurückzuwerfen, die auf der Anhöhe hinter dem Heudürrgraben eine Front errichteten.
 
Um 19.00 Uhr zogen sich die Franzosen nach Weißenkirchen zurück. Dort bezogen sie bei der Ried Achleiten Stellung.
 
Die Verluste waren gemessen an der Zahl der Beteiligten, gewaltig. Auf französischer Seite rd. 5.500 Mann, an Gefangenen 1.600, 60 Offiziere und ein General. Die Russen beklagten 4.100 Mann nebst einem General. Trotz ihres unbezweifelten Sieges, mussten sich die Russen am nächsten Tag zurückziehen, aus Sorge, von der gegen Wien weiter vordringenden französischen Hauptarmee abgeschnitten zu werden.
 
Im Manuskript des Augenzeugen Franz Schmidt (1805) ist zu lesen:

…..die späte Nacht machte auch diesmal dem Gefechte ein Ende. Nun rückten die Russen unter fürchterlichen Gschrey nach Stein wieder ein, drangen mit Gewalt in die Quartier und richteten in einigen Häusern großen Schaden an......am 13ten des Morgens zogen sich die Russen frey gegen Mähren zurück und die Franzosen rückten stark gegen Mautern an die Donau vor, wo sie gegen Mittag die Stadt Krems mit einigen Kanonschießen begrüßten, welche dort keinen Schaden anrichteten. Hierauf ging der Magistrat mit einer weißen Fahne ihnen entgegen und baten um Schonung...beim Durchzug der Franzosen war niemand sicher mit guten Stiefeln,  Schuhen, Mänteln, denn sie schanschirten (Kleider wechseln) gerne. Ein alter,  wohlhabender Färbermeister in Mautern, welcher auf öffentlichem Platze sein Stiefel nicht von den Füßen hergeben wollte, verlor durch einen Bayonettstich sein Leben.
 
 
Der weitere Verlauf
 
Bei Darmstein in der Wachau können die Russen die Franzosen aufhalten (11. November), aber die französische Hauptarmee, am Südufer der Donau marschierend, ließ die Russen nach Mähren abziehen und warf sich unter Murat, dem berühmten Reiterführer Napoleons, auf das unverteidigte Wien, das sie am 13. November 1805 widerstandslos besetzte. Napoleon selbst residierte in Schönbrunn.
 
Fürst Bagration, einer der fähigsten Befehlshaber der damaligen Zeit unter Kutusow, langte in den Morgenstunden des 15. November nach einem beschwerlichen Marsch mit rd. 8.000 Mann in Oberhollabrunn ein. Zur gleichen Zeit bricht Murat von Stockerau auf und stößt am Nachmittag auf die russische Vorhut. In der irrigen Annahme, die komplette Kutusowsche Armee vor sich zu haben, leitet Murat Waffenstillstandsverhandlungen ein um zu einem späteren Zeitpunkt, verstärkt durch das Korps des Marschalls Soult, anzugreifen. Als Napoleon in Wien davon erfährt, zeigt er sich Murat gegenüber äußerst erzürnt über dessen Eigenmächtigkeit. Er befiehlt den sofortigen Angriff, der dann am 16. November um ca. 17.00Uhr bei beginnender Dunkelheit, startet. Murat greift mit seinen ca. 30.000 Mann die Stellungen Bagrations (ca. 8.000 Mann) zwischen Schöngrabern und Grund an, um den Rückzug der Russen nach Znaim und Brünn zu verhindern.
 
Noch gab aber Franz II. das Spiel nicht verloren.
 
Mit den noch verbliebenen Truppen zogen die Österreicher sich nach Mähren zurück, vereinigten sich mit der russischen Hauptmacht unter dem jugendlichen Zaren Alexander I. und erwarteten die aus Italien heranrückende Armee des Erzherzogs Karl. Da drängte der Zar zur Schlacht, ohne die Verstärkung abzuwarten; er wollte Alleinsieger werden. Am 2. Dezember 1805 kam es zur berühmten "Dreikaiserschlacht" beim Dorfe Austerlitz. Napoleon hatte zirka 75.000 Mann, die Russen zählten mit dem österreichischen Korps 84.000 Streitbare, eine dritte Russenarmee war im Anzug. Erzherzog Ferdinand stand mit 9000 Mann in Böhmen, Erzherzog Carl brachte 80.000 Mann mit.  
 
Napoleon musste rasch zuschlagen, wollte er das Feld behaupten. Er errang dank seinem überragenden Feldherrngenie einen glanzvollen Sieg.
 
Die russische Armee flutete nordwärts zurück, Der Zar hatte die Lust am Kriegführen verloren und flüchtete nach Polen. Der Frieden Von Preßburg kostete Österreich Venetien, Istrien und Dalmatien, Tirol, Vorarlberg die Bistümer Trient, Brixen und Lindau. Die noch verbliebenen habsburgischen Vorlande im Breisgau wurden an Baden und Württemberg als Siegespreis für ihre Unterstützung der napoleonischen Sache gegeben. Österreich erhielt Salzburg als einzigen Gegenwert.
 
1806 wurde unter dem Protektorate Napoleons der Rheinbund errichtet, dem 16 Fürsten Süd und Westdeutschland beitraten, die im Kriegsfalle 65.000 Mann an Frankreich zu stellen hatten. Sie erklärten am 1. August feierlich, sie fänden es ihrer souveränen Würde und Reinheit angemessen sich vom Deutschen Reich für immer loszusagen"!
 
Fünf Tage später legte Kaiser Franz II. die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder.
 
Quellen:

Wolfgang Horak, Kampf gegen die Trikolore, 2008;
Zeitgenössische Berichte über die Ereignisse in Dürnstein
, Festschrift 2005,
Das Manuskript des Franz Schmidt
, Hrsg. Dr. E. Englisch 1985;
Horsetzky
, Feldzüge der letzten 100 Jahre, Wien 1889
 


Die Kriegsereignisse im Anmerkbuch der Gemeinde Unterloiben.
 
Auf dem Gemeindeamt der Stadtgemeinde Unterloiben hat sich das Anmerkbuch der Gemeinde erhalten, in dem der Ortsrichter, später die Bürgermeister und Gemeindeschreiber, in einem Zeitraum von 1771 – 1937 die ihnen wichtig erscheinenden Ereignisse festgehalten haben. 
 
Die folgenden Aufzeichnungen stammen vom späteren Ortsrichter Anton Gattinger und sind in ihrer Orthographie vom Original größtenteils beibehalten:
 
….bey dem zweiten angriff der Russen brachen sie in das Haus Nr. 10 durch und die Franzosen, die hintenaus schon auf die Russen warteten, aber der grosse Sturm von die Russen sie gleich zurück jagde….da kamen 2 Russen in das Preßhaus und fragten wo Franzoß. Wir seynd aber etliche in den Keller, sie glaubten es seyend Franzosen und wollten den Keller stürmen und uns alle zugrund richten. 
 
So ging Anton Gattinger herauf und sagte, es synd keine Franzosen da, sie wollten es nicht glauben, schissten auf ihn, aber zum Glück hate es ihn das zündgraut abgebrennt, sie nahmen ihn gefangen, fürten ihn fort, bis auf die Laaben (Anm: Platz im Zentrum von Unterloiben, Gasthaus Wachauer Stuben). Da gab es stöß und schläg genug, ich dachte mir sey es Gott befohlen, du wirst den garaus bald bekomen…..ha sagt einer, welcher zwey Gewöre auf der Achsel hate, da hast du, und gab mir ein Gewör, du groß und Stark genug, du auch mit und Franzoß fang; ich nahm das Gewöhr und machte den Zug mit. Ich dachte mir, die Franzosen werden dich bald haben, und das ganze Dorf unglücklich machen; wir gingen durch das Haus Nr 10 durch, und die Franzosen warteten schon hintenaus, da heißt es schon bif, baf und stürzte einer nach dem anderen hin, ich ersah meinen Vorteil, räumte ihnen Blaz bey den Thor, daß sie hinaus konten und so kam ich mit der Hilf Gottes wieder davon…….
 
 
Das Manuskript des Leopold Graf

Dieses befand sich im Pfarrhof in Dürnstein und wurde von dem damalig 7jährigen Augenzeugen – wohl etwas später – aufgeschrieben . Die Orthographie ist vom Original größtenteils beibehalten: 
 
….wir wussten noch nichts vom Krieg als es plötzlich hieß, die Russen kommen! Schon waren sie mit ihren großen Schopflöffeln und weiten Erdäpflmägen in aufmarsch da. Sie hatten aber kaum den Innstrom erreicht, als sie schon wiederum redirierten (Anm: Retirieren: zurückweichen), den(n) die Post, dass unsere Armee zu Ulm bey 6000 Mann (Anm.: 25.000 Mann) sich haben fangen lassen, kamen bey nahe zur nämlichen Zeit ins Östreich. Jener Schlag geschah am 15. October (Anm: 20. Oktober 1805) und die ersten Tage im November drang der Feind in drei Kalonnen schon im Herzen Östreich vor. Die mittere diese Kallonnen sollte den Russen die Brücke zu Stein abeilen (Anm: die Brücke zu Stein war damals die einzige Donaubrücke zwischen Linz und Wien). Sie drangen daher auf der miternechtlichen Donau Seite herab…….Die Jäger zu Fuß fuhren wie hungrige Raubthier in die Häuser während die Kameraden den Russen bis Stein nachjagten….. Das Französische Hauptquartier aber war im Pfarrhof zu Weißenkirchen, so wie jenes der Russen in Krems. Oberloiben und Unterloiben und Rothenhof, war dem Gesindl ganz preisgegeben. Es war schauderhaft fürchterlich, die Stösse an den Thüren, das Winseln und Achzen der hielflosen Bewohner bald da bald dort zu hören……Der merkwürdige S. Martinstag (Anm: 11. November 1805) brach nun an, unsere saubern und ungebeten Gäste hatten sich ihre Mägen mit Früstüken aller Art angeschoppet, als schon Kleingewehrfeuer von Pfaffenberg herkrachte und die Vorbosten einander in die Haare gerieten….Allein bald wurde der Ort Unterloiben gleichsam der Mittelpungt dieses mörderischen Gefechtes….Nachmittag machten die Russsen eine verstellte Redarde (Anm: Die Russen wurden von den Franzosen zurückgedrängt, Unterloiben zum zweitenmal von den Franzosen besetzt), ein Theil der Frranzosen verfolgte sie, die übrigen fielen mit allem Grim schwarz vom Bulfer und Schleimend von Schlachtwuth in die Häuser, um neuerdings zu blindern (Anm: plündern) und ich mag diese Greuel nicht alle nennen…..Nach ungefehr einer Stunde brachen die Russen, welche unter Anführung eines in dieser Gegend bekantn Jäger, Peyer in Krems (Anm: der Jäger von Dürnstein, Andreas Bayer), den Loibner Wald umgangen hatten, von Dürnstein herab, und von allem Bergschluchten hervor, auch von Stein herauf maschirten sie mit Tigerwuth, ihre umherstreitenden halb Todten Kameraden zu rächen…….Auch um etwa in Häusern versteckte Franzosen heraus zu treiben, legten die Russen zu Unterloiben an verschiedenen Orten Brand an, niemand hat löschen dürfen, Böden und Stadl waren mit Fütterey voll….Die Franzosen wagten noch ein paar Versuche, sich mit Gewalt durchzu hauen, wurden aber mit Battalnon und Katzenfeuer empfangen, dass sie den Wald und Wasser eilten….und in manchem Schieff ohne Ruder davon rannten (Anm: Wieso die Schiffe ohne Ruder waren ist leider nirgends vermerkt, ev. hatten die requirierten österr. Schifferleute sich aus dem Staub gemacht), wo sie dann bei Stein neuerdings unter die Streichlinie ruschischer Kanonen geritten…..Das Stiftsgebäude zu Dürnstein und die große Kassere zu Krems wurden voll mit Blessirten….im Wald ist alles mit Gräbern Todtgebliebenen Kriegern angefüllt. Aber das allergrößte Grab war die Donau selbst.

Von Todten und Blesirten Kriegern lag alles fast wie übersät und von Loibner Pfarrkindern wurde der Inwohner Johann Dopler, welcher mitten im Gefechte sehr unbesonnen seine Gais in den Wald geflichtet hätte, dann zwey große Mädchen, welche Waffenzusamenglaubten, erschossen…..
 
Quellen: 

Zeitgenössische Berichte über die Ereignisse in Dürnstein, Festschrift 2005, 
 
 
 
Historisches zum k.k. Infanterieregiment Nr.3 Erzherzog Carl

Die Grenadierkompagnie stand 1805 bei Günzburg in Reserve, am 18.10. gerät das Regiment  und die Grenadiere als Folge der Kapitulation Macks in Kriegsgefangenschaft. Das Reservebattaillon, marschiert von Brünn zur Verstärkung der Garnison nach Wien wo es am 1. November ankommt und in den Kasernen bequartiert wurde. Der Aufenthalt dauerte nicht lange, bereits am 13. War die Tete der französischen Armee i Wien eingetroffen und die ehem. Garnison setzte sich in Gewaltmärschen gegen Norden ab um der Gefangenschaft zu entgehen und sich noch rechtzeitig mit den von Mautern nach Brünn ziehenden Russen zu vereinen.








HINTERGRUND


Der seit 1801 in der Region herrschende Friede ließ die Ernte im Jahr 1805 bereits wieder reichhaltig ausfallen. Die Nachricht der wieder in Deutschland einfallenden französischen Streitmächte beunruhigte die Bewohner Mährens nicht sehr, da die Region bisher von den verheerenden Kriegsfolgen verschont geblieben war. In diesem Jahr wagte sich das französische Heer bis nach Wien und besetzte die Stadt, sodass der österreichische Kaiser Franz I. über Brünn nach Olmütz flüchtete.

Napoleons Truppen marschierten täglich rund 30 km und erbrachten somit die doppelte Marschleistung ihrer Gegner. Dies hatte zufolge, dass in kürzester Zeit große Teile Deutschlands, Österreichs, Südböhmens und Südmährens eingenommen wurden.


DIE SCHLACHT VON DÜRNSTEIN


Die französische Vorhut erreichte am 10. November Dürnstein, wo sie die russichen Vorposten vertrieben und Stellungen in den dort umliegenden Weinbergen bezogen.

Nach Vorgefechten am vorangehenden Abend brach Miloradowitsch am 11. November mit seinen russisch-österreichischen Truppen Richtungen Rothenhof auf, wo Teile des französischen Heerres Stellung bezogen. Es gelang ihm zwar nicht, die bei Loibenberg verschanzten französischen Truppen zu vertreiben, jedoch konnte er Oberloiben einnehmen.

Mittags startete der französische Heerführer Mortier zum Gegenangriff und gewann in kürzester Zeit Ober- und Unterloiben. Sie machten sich auf bis vor die Tore von Stein, worauf sie abermals von den aliierten russisch-österreichischen Streitmächten zurückgedrängt wurden und gegen 16 Uhr auf der Linie Höhereckberg – Donau standen.

Durch eine Umgehungskolonne der Aliierten konnte Dürnstein eingenommen werden, sodass den französischen Truppen die Einkesselung drohte. Diese zogen sich somit über die zwischen Dürnstein und Oberloiben liegende Donauflottille zurück.


WEITERER VERLAUF


Am 18. November näherte sich die Vorhut der Napoleonischen Armee Brünn und nahm die Stadt am folgenden Tag ein. Die französischen Truppen bezogen nördlich und östlich der Stadt Stellungen. Bei Olmütz stand eine fast hunderttausendköpfige russisch-österreichische Armee bereit, bei der sich auch zwei Kaiser - der österreichische Franz I. und der russische Zar Alexander I. - befanden. Die österreichisch-russischen Befehlshaber erwarteten auf Napoleons Seite nicht mehr als 50.000 Mann, was sich wenig später bei der Schlacht von Brünn – Austerlitz als folgenreiche Fehleinschätzung herausstellte.